Wandbild saniert und in Graffitistil erweitert

Bei der Erkundung von verwahrlosten Objekten stößt man ständig auf Graffiti, Tags und weitere Werke der „Street Art“. Sie sind inzwischen ein Teil der einzigartigen Landschaft von verlassenen Orten geworden. Allerdings stehen sie selten in einem konkreten Zusammenhang zu den historischen Anlagen, in denen sie sich befinden und werden von vielen Besuchern eher als Fremdkörper oder Störelemente wahrgenommen. Eine Ausnahme kann man in Möhlau sehen, wo ein Graffitikünstler zunächst ein monumentales Lenin-Wandbild der Sowjetarmee saniert hat, um es dann durch eine stilisierte sowjetische Fahne zu erweitern. Weiterlesen

Blasse Erinnerung

Einst marschierten hier hunderte adrette Soldaten der Sowjetarmee an der Ehrentribüne und an den zwei frisch gemalten Wandbildern vorbei. Das ist heute aber nur noch eine blasse Erinnerung an vergangene Zeiten. So blass wie die Farbe der zwei sowjetischen Stelen: Die eine zeigt einen Rotarmisten, die zweite Lenin. Obwohl der sowjetische Revolutionsführer schon fast 30 Jahre lang der Verwahrlosung preisgegeben wurde, ist er noch mit seinem steinernen Blick und der siegessicheren Ausstrahlung am ehemaligen Paradeweg erhalten. Weiterlesen

Urbex-Restauration eines Lenin-Wandbilds

Während kaiserliche und sogar kolonialistische oder nationalsozialistische Monumente aufgrund ihres historischen Werts in Deutschland problemlos unter Denkmalschutz stehen können, versuchte man nach der Wende, sämtliche Lenindarstellungen zu schleifen. Einige Exemplare haben die Bilderstürmerei in verlassenen Militärkomplexen der Sowjetarmee überstanden. Jetzt müssen sie der Verwahrlosung und dem Vandalismus widerstehen. Weiterlesen

Vogelsanger Lenin vor dem Abriss gerettet

Nachdem die Rote Armee ihren Stützpunkt im brandenburgischen Vogelsang verlassen hatte, entwickelte sich die verwahrloste Kaserne zu einem beliebten Ziel für abenteuerlustige Fotografen und Neugierige. Die bekannteste Sehenswürdigkeit war das große Wandbild mit einem überlebensgroßen Leninrelief zwischen dem alten Café und dem Haus der Offiziere. Doch infolge des Beschlusses das Areal zu renaturieren, begannen vor einigen Jahren die Abrissarbeiten des gesamten Militärkomplexes, die auch das Lenindenkmal gefährdeten. Das Denkmal des kommunistischen Revolutionärs konnte jedoch im Frühling 2017 gerettet werden: Es wurde nach Wünsdorf gebracht und vor dem Museum Roter Stern aufgestellt. Weiterlesen

Damnatio memoriae

lenin_in_wittstock

Die verlassene GSSD-Kaserne in Wittstock ist zu einer Geisterstadt geworden. Ganze Wohnblocks, Schulen, Bürogebäuden und Flugzeughallen zerbröckeln vor sich hin. Vor dem ehemaligen Kulturzentrum bietet sich ein kontrastreiches Bild: Lenin steht da in staatsmännischer Pose, aber von Flechten bedeckt und mit zertrümmertem Haupt. Der genaue Hintergrund dieser Beschädigung ist unbekannt, aber das Ansehen des kopflosen Lenins ist auf jeden Fall eine musterhafte Verkörperung der Verwahrlosung der ostdeutschen Denkmallandschaft. Weiterlesen

Lenin in Forst Zinna

the-look

 

Zwischen Luckenwalde und Jüterbog liegt das Naturschutzgebiet Forst Zinna-Jüterbog-Kellberg, in dem eine der dunkelsten Seiten der Geschichte der Gruppe der Sowjetischen Streitkräfte in Deutschland geschrieben wurde. Im Herzen dieser Waldung hatte die deutsche Armee im 19. Jahrhundert ein Militärübungsgelände errichtet, das in den 1930er Jahren von der Wehrmacht erweitert und nach dem II. Weltkrieg von den Rotarmisten übernommen wurde. Unter anderem diente die Anlage als Fahrschule für Kettenfahrzeuge. Weiterlesen

Rote Nelken für Lenin

Lenin in Nohra

Seit dem XIX. Jahrhundert gelten rote Nelken als Symbol der Arbeiterbewegung: Damals wurden sie in Frankreich und Deutschland bei verbotenen Versammlungen im Knopfloch getragen. Zur Zeit der UdSSR wurden sie zu einem wichtigen sozialistischen Wahrzeichen in ganz Osteuropa. An Festtagen legte man sie – und legt sie auch heute noch – am Grab im Krieg gefallener Soldaten oder an Denkmälern verehrter Helden nieder. In Nohra fanden wir an einem sonnigen Frühlingstag auch vor der Statue Lenins rote Nelken liegen. Allerdings waren es keine echten, sondern Plastikblumen – sie sind billiger und halten länger. Weiterlesen

Dornen

Dornen

An der Bundesstraße 96 kurz vor der Einfahrt nach Fürstenberg stehen zwei große Reliefwände als offenes und freizugängliches Überbleibsel der sowjetischen Besatzung. Es ist ein historisches Zeugnis zum Sehen, Lesen und Anfassen, an dem man die heroische Selbstdarstellung der Roten Armee als Siegermacht des II. Weltkriegs betrachten kann und an dem man so manches über die idealen Projektionen für die Nachkriegszeit erfahren kann. Das Monument ist verlassen und zerbröckelt vor sich hin, was wiederum viel über den aktuellen Umgang mit der ostdeutschen Vergangenheit aussagt: Von dem sowjetischen Heldentum möchte man nichts mehr wissen, auch nicht wenn es sich um die Befreiung Deutschlands vom Nationalsozialismus handelt. Immerhin hat man dieses Denkmal nicht dem Erdboden gleichgemacht, sodass sich auch heute noch Historiker, Flaneurs und neugierige Gemüter an ihm ergötzen können. Weiterlesen