Lenin am Atombunker

Das Sonderwaffenlager im Waldgebiet bei Stolzenhain war einst eine strategisch bedeutsame Anlage der Gruppe der Sowjetischen Streitkräfte in Deutschland. Nach der Wende wurde der Komplex verlassen. Die zurückgebliebenen Spuren verleihen dem Wald heute eine postapokalyptische Aura, zu der vor allem die herabgekommenen Atombunker beitragen. Im Kasernenbereich ist unter anderem ein kleines Leninwandbild vorzufinden, das an das 70-jährige Jubiläum der Oktoberrevolution erinnert.

St2Der Bau der Anlage erfolgte von Mai 1967 bis Dezember 1968. Im Wald getarnt entstanden zwei identische Bunker, in denen insgesamt 200 nukleare Gefechtsköpfe aufbewahrt werden konnten, und separate Wohn-, Übungs- und Technikbereiche. Dieser geheime Komplex wurde 1990 komplett leer geräumt und inzwischen fiel ein Teil davon der Abrissbirne zum Opfer. Die zwei Atombunker stehen allerdings noch sowie einige verwahrloste Gebäude und Einrichtungen wie z. B. ein Freibad, eine Sauna oder ein Schießstand im südöstlichen Bereich. Hier findet man in einem verwitterten Häuschen auch das weiße Seitenporträt Lenins auf rotem Hintergrund mit den Daten 1917 und 1987. An der Wand sind noch ein sowjetisches Emblem und einige vermutlich von Kindern stammenden Aufschriften zu sehen. Eventuell könnte es sich hier um eine ehemalige Schule handeln, zumal im Raum auch eine Tafel und Spielzeug stehen.

Unweit dieser Ruinen wird inzwischen ein Teil des Kasernenbereichs, wie z. Bsp. die alte Turnhalle und einige Hallen der Sowjetarmee, von einer Baufirma genutzt. Nach einer langen Zeit des Vergessens kommt wieder Aktivität in den Stolzenhainer Wald. Diesmal ohne dass nukleare Sprengköpfe im Spiel sind…

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