Leipzigs Funke gelöscht

„Aus dem Funken wird die Flamme schlagen“ war die Losung der Dekabristen, die Ersten, die im 19. Jahrhundert das zaristische Regime in Frage stellten und bekämpften. Lenin ließ sich davon inspirieren, als er 1900 im Exil an die Herausgabe einer Zeitung zur Vereinigung der russischen Arbeiterbewegung arbeitete. Sie erhielt den Titel „Iskra“ (dt. „Funke“) und wurde anfangs in einer kleinen Druckerei nahe Leipzig herausgegeben. Im ehemaligen Gebäude dieser Druckerei entstand zu DDR-Zeiten die erste museale Dauerausstellung zu Lenin außerhalb der Sowjetunion. Weiterlesen

Die NVA-Glasmalerei

Die zentrale Figur der vierteiligen Glasmalerei ist ein Soldat der Nationalen Volksarmee neben dem Staatssymbol der DDR, einem goldenen Ährenkranz mit Hammer und Zirkel. Auf der rechten Seite sind Karl Marx und Friedrich Engels zu sehen, während links ein Seitenporträt Lenins vor einem roten Fahnenmeer erscheint. Von der Thematik her könnte es sich um ein typisches Kunstwerk der DDR handeln, zumal es sich auf einer ehemaligen Kaserne der NVA befindet. Ein genauerer Blick lässt jedoch Zweifel aufkommen, denn sowohl der skizzenhafte Stil als auch die erbärmliche Qualität der Farben passen nicht zum kunsthistorischen Kontext. Weiterlesen

Monumentaler Leipziger Lenin in Pirna

Wie die größte deutsche Leninbüste drei Jahrzehnte nach der Wende in der sächsischen Kreisstadt Pirna landete, ist eine der vielen überraschenden Chroniken deutscher Lenindenkmäler. Die zweieinhalb Meter hohe, zwei Meter breite und fast vier Tonnen schwere Bronze-Skulptur wurde 1981 vor dem kremlähnlichen sowjetischen Pavillon der Alten Messe in Leipzig errichtet. Sie ist ein Kunstwerk des Bildhauers Georgij Neroda und wurde nach Vorbild der größten Büste der Welt, eine Leninbüste von Neroda im sibirischen Ulan-Ude, geschaffen. Sie zeigt Lenin mit leicht asiatischen Gesichtszügen und einem freundlichen Blick. Weiterlesen

Die Leninstatue der Freien Deutschen Jugend

In der Dauerausstellung „Unsere Geschichte – Diktatur und Demokratie nach 1945“ im Zeithistorischen Forum Leipzig ist ein überlebensgroßes Standbild Lenins zu sehen. Über diese schwarze Statue aus Zinklegierung ist jedoch nicht viel bekannt. Weder Schöpfer, noch Errichtungsjahr oder früherer Standort sind dokumentiert, man weiß lediglich, dass sie aus den Beständen der Freien Deutschen Jugend (FDJ) stammt. Weiterlesen

Urbex-Restauration eines Lenin-Wandbilds

Während kaiserliche und sogar kolonialistische oder nationalsozialistische Monumente aufgrund ihres historischen Werts in Deutschland problemlos unter Denkmalschutz stehen können, versuchte man nach der Wende, sämtliche Lenindarstellungen zu schleifen. Einige Exemplare haben die Bilderstürmerei in verlassenen Militärkomplexen der Sowjetarmee überstanden. Jetzt müssen sie der Verwahrlosung und dem Vandalismus widerstehen. Weiterlesen

Großvater Lenin

Der sitzende Lenin aus Bischofswerda wirkt großväterlich. Mit entspannter Körperhaltung und einem besonnenen Lächeln guckt er nachdenklich zur Seite. In seiner linken Hand hält er ein Buch und markiert mit seinem Zeigefinger die Seite, als würde er nach einer kurzen Denkpause gleich weiterlesen wollen. Im Gegensatz zu vielen heroischen Darstellungen Lenins schuf Manfred Wagner 1970 eine gelassene, reflexive Figur. Dem Schmöllner Steinbildhauermeister ging es darum, den Menschen hinter dem Helden zu präsentieren. Weiterlesen

Dresden: Leninstatue weggegeben, Wandbild saniert

Dresden bekam 1974 die zweitgrößte deutsche Leninstatue, ein 120 Tonnen schweres Monument aus rotem Granit, das Lenin mit zwei Gefolgsleuten im Vorwärtsmarsch darstellt. Nach der Wende wurde das Denkmal aus der Öffentlichkeit entfernt und kam in die Privatsammlung eines süddeutschen Kunstsammlers, wo es auch heute noch zerstückelt rumsteht. Besser erging es dem zwischen 1968 und 1969 entstandenen Wandbild „Der Weg der Roten Fahne“, wo unter anderen kommunistischen Vordenkern und Revolutionären auch Lenin als Nebenfigur abgebildet ist. Das dreißig Meter lange und zehn Meter hohe Kunstwerk wurde unter Denkmalschutz gestellt und neulich komplett saniert. Es ist nun wieder prunkvoll in der Dresdner Stadtmitte zu bewundern. Weiterlesen

Lenins spektakuläres Comeback

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Die Chronik des Lenindenkmals im sächsischen Großenhain ähnelt dem Plot eines Hollywoodfilms. Nach der Wende wurde der 4,80 Meter hohe und über zehn Tonnen schwere Betonblock nämlich in einer Nacht und Nebel Aktion abgebaut und versteckt, um ihn vor einer möglichen Zerstörung zu retten. 25 Jahre lang galt das kolossale Denkmal als verschwunden, bis es jetzt wieder auftauchte und angesichts seines kunsthistorischen Werts vor dem örtlichen Bunker-Museum aufgestellt wurde. Weiterlesen

Zu Besuch bei Karl Marx

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Im Juni 1990 wurde die zu DDR-Zeiten erfolgte Umbenennung von Chemnitz in Karl-Marx-Stadt rückgängig gemacht. Trotzdem ist Karl Marx auch heute noch eine prägende Figur des Stadtbilds, vor allem in Form einer 7,10 Meter hohen und 40 Tonnen schweren Büste. Sie steht vor einer Wandtafel mit mehrsprachiger Übersetzung des bekannten Ausspruches des Kommunistischen Manifests: „Proletarier aller Länder vereinigt Euch“ und ist nach dem Lenin-Kopf im russischen Ulan-Ude die zweitgrößte Porträtbüste der Welt. Außer dem Nischel, wie die Plastik in Anlehnung an das sächsische Wort für „Kopf“ im Volksmund genannt wird, sind in Chemnitz noch weitere sozialistische Denkmäler zu sehen. Beim Flanieren durch die Stadt kann man auf Engels, Thälmann, antifaschistische Spanienkämpfer oder auch auf Lenin stoßen. Weiterlesen