Die Leninstatue der Freien Deutschen Jugend

In der Dauerausstellung „Unsere Geschichte – Diktatur und Demokratie nach 1945“ im Zeithistorischen Forum Leipzig ist ein überlebensgroßes Standbild Lenins zu sehen. Über diese schwarze Statue aus Zinklegierung ist jedoch nicht viel bekannt. Weder Schöpfer, noch Errichtungsjahr oder früherer Standort sind dokumentiert, man weiß lediglich, dass sie aus den Beständen der Freien Deutschen Jugend (FDJ) stammt.

2SpotonleninEs besteht eine große Ähnlichkeit zwischen dieser Plastik und dem 1977 aufgestellten Strausberger Lenindenkmal von Hans Kies, das übrigens auch einen Bezug zur FDJ hat: Es wurde nämlich als Geschenk der sozialistischen Jugendorganisation an die zukünftige Generation errichtet. Die Körperhaltung der beiden Darstellungen ist zwar spiegelverkehrt, stimmt aber ansonsten völlig überein: Die Beine sind leicht gespreizt, die linke Hand in der Hosentasche, die rechte am Revers und der Blick ist geradeaus gerichtet. In der UdSSR und den osteuropäischen Ländern war es üblich, gelungene Lenindenkmäler zu kopieren, was aus technischen Gründen manchmal spiegelverkehrt erfolgte. In welcher genauen Beziehung diese zwei Denkmäler zueinander stehen, konnte trotz der Hilfsbereitschaft des Zeithistorischen Forums Leipzig und des Kunstarchivs Beeskow nicht geklärt werden und bleibt weiterhin ein Geheimnis.

In der Leipziger Dauerausstellung ist außer dieser auch noch eine zweite Leninstatue vorzufinden, die früher in der sowjetischen Kaserne in Bischofswerda gestanden hat.

Die Strausberger Leninstatue (heute bei den IFA-Freunden Trebus zu sehen) ist eine spiegelverkehrte Kopie:

Ein weiteres Exponat der Leipziger Dauerausstellung: Der Lenin aus Bischofswerda

2 Gedanken zu “Die Leninstatue der Freien Deutschen Jugend

  1. Klausbernd schreibt:

    Hi Karl,
    der Lenin aus Bischofswerda gefällt uns am besten.
    Erstaunlich, dass du weder Künstler noch Standort der anderen Lenin-Statue herausfinden kommtest.
    Die erste Statue zeigt Lenin ja eigentlich eher großbürgerlich als proletarisch.
    Danke fürs Zeigen
    The Fab Four of Cley
    🙂 🙂 🙂 🙂

    Gefällt 1 Person

    • Karl G. schreibt:

      Danke! Es hat mich auch überrascht, dass ich keine weitere Info zur FDJ-Statue finden konnte, aber selbst im Kunstarchiv Beeskow, wo die Statue herkommt, hat man keine Info über den ehemaligen Standort. Das sagt viel über die Leichtfertigkeit aus, mit der man damals mit dem kulturellen Erbe der DDR umgegangen ist. Immerhin wurde dieses Denkmal nicht zerstört, wie es mit manchen anderen Lenin-Darstellungen passiert ist…

      Gefällt 1 Person

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