Lichter in der Dämmerung

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DEUTSCH

Zwischen bunten Luftballons, großen Werbeplakaten und grell blinkenden Neonlichtern ist auf der Frankfurter Allee unauffällig an der Wand hängend eine Leningedenktafel zu finden. Mit den vielen Läden, Fast-Food-Imbissen und einem Einkaufszentrum direkt gegenüber, wirkt der kommunistische Held hier allerdings ein bisschen fehl am Platz. Und tatsächlich scheint Lenin im Konsumboulevard auf wenig Zuneigung zu stoßen: An der Tafel kann man noch die Spuren der letzten Vandalismusaktion erkennen, ein Mosaik aus verwischter Farbe und Reinigungsmittel.

7Dieses am 21. April 1964 feierlich enthüllte Denkmal erinnert an Lenins Teilnahme an einer Arbeiterversammlung 1895. In diesem Jahr hielt er sich mehrere Wochen in Genf, Paris und Berlin auf, um Kontakte zu exilierten und auch ausländischen Sozialisten zu knüpfen. Da er in Russland schon unter Überwachung der Geheimpolizei stand, musste er als Grund für seine Reise einen Erholungsaufenthalt angeben. Von Ende Juli bis Mitte September wohnte Lenin in Berlin. Durch die Vermittlung russischer Exilierten gelang es ihm Bekanntschaft mit Führungspersönlichkeiten der deutschen Sozialdemokratie zu schließen, sodass er zu einem Treffen am 3. August 1895 in der Frankfurter Allee eingeladen wurde, bei dem unter anderen auch der damalige Reichstagsabgeordnete Arthur Stadthagen anwesend war. Der Wahlkreis Niederbarnim, zu welchem dieser Teil Ostberlins damals gehörte, war damals eine Hochburg der deutschen Arbeiterbewegung. Lenins Teilnahme an dieser Veranstaltung war einer der ersten Schritte im Aufbau eines großen internationalen Kontaktnetzes, das ihm später in seinen Exiljahren in der Schweiz und in Deutschland erlaubte, die revolutionäre Arbeit in der russischen sozialistischen Untergrundbewegung weiterzuführen.

ENGLISH

Lights in the dusk

F. A. Between colorful balloons, big advertisements and shrill flashing neon lights a commemorative plaque of Lenin is hanging inconspicuously on a wall of Frankfurter Allee. Surrounded by so many stores, fast food restaurants and even a shopping center, the communist heroe seems to be a little bit out of place here. And in fact Lenin doesn’t get a lot of affection around this place: On the plaque one can still recognize the traces of the last vandalism action, a mosaic of ink and cleaning agents.

This memorial was unveiled on the 5. of October 1964 and reminds of Lenin’s participation in a worker’s assembly in 1895. In that year he traveled a few weeks to Geneva, Paris and Berlin, in order to establish contacts with exiled and foreign socialists. Since he was under surveillance of the Russian authorities, he had to declare as the official reason for his trip a rest cure. From the end of July until the middle of September Lenin stayed in Berlin. Through the mediation of exiled Russians, he got in touch with leaders of the German social democrat party and got invited to a meeting on the 3. of August 1895 on Frankfurter Allee, among with other personalities, such as Arthur Stadthagen, deputy in the Reichstag. At the end of the 20th century the district of Niederbarnim, to which this part of East-Berlin belonged, was considered one of the strongholds of the labour movement. Lenin’s participation in this event was one of his first steps towards the constitution of a big international network, which later allowed him to keep on with his political work during his exile in Switzerland and Germany.

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