Damnatio memoriae

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Die verlassene GSSD-Kaserne in Wittstock ist zu einer Geisterstadt geworden. Ganze Wohnblocks, Schulen, Bürogebäuden und Flugzeughallen zerbröckeln vor sich hin. Vor dem ehemaligen Kulturzentrum bietet sich ein kontrastreiches Bild: Lenin steht da in staatsmännischer Pose, aber von Flechten bedeckt und mit zertrümmertem Haupt. Der genaue Hintergrund dieser Beschädigung ist unbekannt, aber das Ansehen des kopflosen Lenins ist auf jeden Fall eine musterhafte Verkörperung der Verwahrlosung der ostdeutschen Denkmallandschaft. Weiterlesen

Lenin in Forst Zinna

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Zwischen Luckenwalde und Jüterbog liegt das Naturschutzgebiet Forst Zinna-Jüterbog-Kellberg, in dem eine der dunkelsten Seiten der Geschichte der Gruppe der Sowjetischen Streitkräfte in Deutschland geschrieben wurde. Im Herzen dieser Waldung hatte die deutsche Armee im 19. Jahrhundert ein Militärübungsgelände errichtet, das in den 1930er Jahren von der Wehrmacht erweitert und nach dem II. Weltkrieg von den Rotarmisten übernommen wurde. Unter anderem diente die Anlage als Fahrschule für Kettenfahrzeuge. Weiterlesen

Lenins Kopf

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Die abgeschlagenen Köpfe/ der Statuen beweisen nicht das Vergessen. Gelöschte Inschriften/ sind unbesieglich. Diese Verse des Dichters Günter Kunert wurden am Tag der Eröffnung der Ausstellung „Enthüllt – Berlin und seine Denkmäler” in der Zitadelle Spandau vom Historiker Andreas Nachama rezitiert und passen sehr gut zur Geschichte des Hauptexponats: der 2 Meter hohe und 3,5 Tonnen schwere Leninkopf. Aus der Berliner Stadtmitte verbannt und im Wald begraben, erlebte der sowjetische Revolutionär anlässlich dieser Ausstellung ein spektakuläres Comeback, bei dem er in den Medien wie ein Popstar gefeiert wurde. Weiterlesen

Am verlassenen Lazarett

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DEUTSCH

Am verlassenen Lazarett

Versteckt hinter einem grünen Vorhang aus Bäumen und wild wuchernden Stäuchern ist in Jüterbog noch das ehemalige Militärkrankenhaus vorzufinden. Als es die Sowjetischen Streitkräfte 1993 verließen, nachdem sie es von der Wehrmacht unbeschädigt übernommen und 48 Jahre lang benutzt hatten, wurde die Anlage leergeräumt und der Verwahrlosung preisgegeben. Vor allem das Hauptgebäude ähnelt jetzt der Kulisse eines Horrorfilms: Lange Gänge mit abblätternder Farbe, eingestürzte Decken, eingeschlagene Fenster und am Ende des langen Flurs im Erdgeschoss ein Operationsstuhl und ein Bett in den modernden OP-Räumen. Weiterlesen

Dornen

Dornen

An der Bundesstraße 96 kurz vor der Einfahrt nach Fürstenberg stehen zwei große Reliefwände als offenes und freizugängliches Überbleibsel der sowjetischen Besatzung. Es ist ein historisches Zeugnis zum Sehen, Lesen und Anfassen, an dem man die heroische Selbstdarstellung der Roten Armee als Siegermacht des II. Weltkriegs betrachten kann und an dem man so manches über die idealen Projektionen für die Nachkriegszeit erfahren kann. Das Monument ist verlassen und zerbröckelt vor sich hin, was wiederum viel über den aktuellen Umgang mit der ostdeutschen Vergangenheit aussagt: Von dem sowjetischen Heldentum möchte man nichts mehr wissen, auch nicht wenn es sich um die Befreiung Deutschlands vom Nationalsozialismus handelt. Immerhin hat man dieses Denkmal nicht dem Erdboden gleichgemacht, sodass sich auch heute noch Historiker, Flaneurs und neugierige Gemüter an ihm ergötzen können. Weiterlesen

Gelbes Mosaik vor dunkelgrauer Geräuschkulisse

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DEUTSCH

Gelbes Mosaik vor dunkelgrauer Geräuschkulisse

Während des Dritten Reiches erbaut, von der Roten Armee übernommen, Anfang der 90er Jahre verlassen. Die in Ostdeutschland wohl bekannte chronologische Sequenz trifft auch auf das Militärgelände am Flugplatz in Brand zu, heute eine von vielen verwahrlosten Anlagen der sowjetischen Streitkräfte auf deutschem Boden. Seit 1992 wird der Komplex nicht mehr benutzt, und wenn man durch seine einsamen Wege herumirrt, fühlt man sich wie in einem Gruselfilm. Überall sind Ruinen und auch gut erhaltene aber komplett leer geräumte Wohnblocks zu sehen, die langsam von den heranwachsenden Bäumen verschleiert werden. Die Geräuschkulisse, die dieses Szenario des Verfalls begleitet, ist besonders beängstigend: Fenster knirschen, Deckenplatten schaukeln quietschend hin und her, immer wieder knallt eine Tür – die Geisterstadt findet keine Ruhe! Inmitten dieser unheimlichen Atmosphäre ist das im westlichen Teil der Anlage liegende Mosaikbild Lenins, eine Oase der Munterkeit. Die starken Farben, die harmonische gelbblaue Kombination und der freundliche Gesichtsausdruck des kommunistischen Führers stehen hier in einem klaren Kontrast zur düsteren Umgebung. Weiterlesen

Im Gebüsch

Im Schatten

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Wie Lenins Kopf in der Peetscher Höhe in Fürstenberg einsam hinter einem Strauch inmitten einer wild wachsenden Wiese steht, ist ein beeindruckendes Bild. Umgeben von Büschen und anwachsenden Bäumen scheint er sich an diesem unwahrscheinlichen Ort getarnt und in Sicherheit gebracht zu haben. Und nicht zu Unrecht: Seitdem die sowjetischen Streitkräfte die Ortschaft verlassen haben, wurden die meisten Spuren der Besatzungsmacht verwischt und auch etliche Lenindenkmäler abgerissen. Aber hier, verborgen im Niemandsland, von Sympathisanten und Gegnern vergessen, scheint seine Existenz ungefährdet zu sein. Weiterlesen

Eine geisterhafte Erscheinung

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Wer in Fürstenberg entlang der Steinförder Straße spazieren geht, kann die frische Luft, den Blick auf den Röblinsee und die bukolische Ruhe genießen. Die meisten Häuser sind frisch saniert und neben der Garage für den Familienwagen gibt es auch einen Platz für das Boot – eine bürgerliche Idylle! Aber kurz nach der Kreuzung mit dem Waldweg sieht man auf einer Seite eine Landschaft mit wild wachsenden Bäumen und Sträuchern. Wer hier hinter die malerische Kulisse aus freier Natur dringt, entdeckt den düsteren Schatten einer Vergangenheit, die nicht loslassen will. Die wichtigste Spur dieser unruhigen Erinnerung ist die Ruine des Hauses der Offiziere der Roten Armee mit der unvermeidlichen Statue des Genossen Lenin. Die abblätternde Figur steht hier wie ein Gespenst als verwesendes Zeugnis nicht ganz so weit zurückliegender Turbulenzen… Weiterlesen

Am Tor zum Norden

Gekritzel at night

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FerryDer Zug, der am 9. April 1917 Zürich verließ, um eine Gruppe im Exil lebender russischer Sozialisten in ihre Heimat zu bringen, ist ein wichtiger Bestandteil der Geschichte des XX. Jahrhunderts: Mit ihm fuhr nämlich Lenin zurück nach Russland, wo er die politische Instabilität nutzte, um an die Macht zu kommen und seine in den Zürcher Bibliotheken und Gesprächskreisen lang geschmiedeten Revolutionspläne zu verwirklichen. Der Zug überquerte ganz Deutschland von der Schweizer Grenze bis Sassnitz, wo er auf eine Fähre geladen und nach Schweden gefahren wurde, um schließlich nach Petrograd (heute Sankt Petersburg) zu gelangen. Weiterlesen