Schiller vs. Lenin

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Dass Lenin auf irgendeine Weise in einem Wettbewerb oder Duell gegen Schiller antreten könnte, klingt nach einer Idee, auf die nur die britische Komikergruppe Monty Python kommen könnte, die in ihren humoristischen Sketchs gerne absurde Situationen wie etwa ein Fußballspiel zwischen deutschen und griechischen Philosophen darstellt. Aber so unglaubwürdig es auch erscheinen mag: In einer thüringischen Gemeinde kam es tatsächlich dazu, dass Schiller und Lenin um einen Platz auf einer örtlichen Wiese kämpfen mussten. Weiterlesen

Lenin und die zwölf Jünger der Oktoberrevolution

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Auf einer kleinen Grünfläche in Strausberg steht noch eine Steinplatte mit einem Reliefbild, das der kommunistischen Revolution 1917 gedenkt. Sie wurde am 22. April 1970 im Rahmen der Feierlichkeiten anlässlich Lenins 100. Geburtstag enthüllt. Um die zentrale Figur Lenins herum sieht man eine Gruppe von aufmerksamen Zuhörern, unter denen einige Soldaten und Matrosen zu erkennen sind. Lenin wird von zwölf Personen umgeben, was als Anspielung auf die Apostel Jesu gedeutet werden könnte, zumal die weltweite Ehrung des sowjetischen Helden häufig parallele Züge zur Würdigung Heiliger und konkret zur Darstellung Christi aufweist. In Wirklichkeit zeigt das Werk aber die historische Versammlung des 23. Oktobers 1917 (nach gregorianischem Kalender), die zur Vorbereitung der Revolution diente. Von den staatlichen Sicherheitskräften verfolgt, kehrte Lenin heimlich nach Petrograd zurück und traf sich mit 12 Mitgliedern des Zentralkomitees der bolschewistischen Partei, um die Machtübernahme zu planen. Weiterlesen

Dornen

Dornen

An der Bundesstraße 96 kurz vor der Einfahrt nach Fürstenberg stehen zwei große Reliefwände als offenes und freizugängliches Überbleibsel der sowjetischen Besatzung. Es ist ein historisches Zeugnis zum Sehen, Lesen und Anfassen, an dem man die heroische Selbstdarstellung der Roten Armee als Siegermacht des II. Weltkriegs betrachten kann und an dem man so manches über die idealen Projektionen für die Nachkriegszeit erfahren kann. Das Monument ist verlassen und zerbröckelt vor sich hin, was wiederum viel über den aktuellen Umgang mit der ostdeutschen Vergangenheit aussagt: Von dem sowjetischen Heldentum möchte man nichts mehr wissen, auch nicht wenn es sich um die Befreiung Deutschlands vom Nationalsozialismus handelt. Immerhin hat man dieses Denkmal nicht dem Erdboden gleichgemacht, sodass sich auch heute noch Historiker, Flaneurs und neugierige Gemüter an ihm ergötzen können. Weiterlesen

Der weiße Lenin

White Lenin

Ein Berliner Touristenführer erklärte mir mal, er würde seine Gruppen von US-amerikanischen Besuchern als Allererstes zum Sowjetischen Ehrenmal bringen: „Damit sie sehen, dass man in Berlin das Unerwartbare erwarten kann.“ Tatsächlich ist die Gedenkstätte im Treptower Park aus westlicher Sicht befremdend, wenn nicht sogar ein bisschen bizarr: Das nationalistische Pathos und die kommunistische Symbolik entfalten sich mit großer Pracht und bilden ein Monument der Huldigung des sowjetischen Patriotismus, wie manch einer es im Herzen Europas am Anfang des XXI. Jahrhunderts vielleicht nicht mehr erwartet hätte. Weiterlesen

Lenin oder der Mond

Vor dem Spielplatz

DEUTSCH
Das Reliefbild bröckelt auseinander
und weist verschiedene Flecken und Risse auf. Ohne Nase und voller Krater ähnelt der dargestellte menschliche Kopf eher einer verzerrten und fantasievollen Abbildung des Mondes, was sogar besser zu den Schaukeln und Klettergerüsten im Hintergrund passen würde. Aber es ist tatsächlich Lenin, der hier in der Bürgerheide in Finsterwalde steht und vor dem Spielplatz Wache hält. Weiterlesen

Lenin in der Todeszelle

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DEUTSCH

Vogelsang, der Name klingt poetisch und tatsächlich ist die Landschaft in der Umgebung dieses kleinen Dorfes in Oberhavel mit nur 100 Einwohnern sehr idyllisch. Der ringsum befindliche Wald mit seinen unendlich hohen Bäumen hat etwas Märchenhaftes und verbirgt manch eine geheimnisvolle Überraschung. Wenn man vom Dorf aus einige Minuten in Richtung Norden wandert, trifft man auf die Ruinen eines einsamen und verfallenen Militärgebiets. Zu Zeiten der DDR war es einer der wichtigsten Stützpunkte der sowjetischen Streitkräfte an der Grenze zum Gebiet der NATO-Länder. Es lebten hier bis zu 15.000 Soldaten und Zivilisten, und wie sich später herausstellte, waren in Vogelsang während des Aufrüstungswettbewerbs im Kalten Krieg – gegen Ende der 50er Jahre – sogar Nuklearraketen stationiert, um im Ernstfall London und Paris anzugreifen. Die Sprengköpfe kamen nie zum Einsatz und nach fast 40-jähriger Benutzung wurde die Garnison im Jahre 1994 verlassen. Sie führte dann noch zwei Jahrzehnte lang eine Existenz als exotische, alternative und wegen vorhandener Munitionsreste strengst verbotene, folglich umso anlockendere, Touristenattraktion. Weiterlesen