Wandbild saniert und in Graffitistil erweitert

Bei der Erkundung von verwahrlosten Objekten stößt man ständig auf Graffiti, Tags und weitere Werke der „Street Art“. Sie sind inzwischen ein Teil der einzigartigen Landschaft von verlassenen Orten geworden. Allerdings stehen sie selten in einem konkreten Zusammenhang zu den historischen Anlagen, in denen sie sich befinden und werden von vielen Besuchern eher als Fremdkörper oder Störelemente wahrgenommen. Eine Ausnahme kann man in Möhlau sehen, wo ein Graffitikünstler zunächst ein monumentales Lenin-Wandbild der Sowjetarmee saniert hat, um es dann durch eine stilisierte sowjetische Fahne zu erweitern. Weiterlesen

Blasse Erinnerung

Einst marschierten hier hunderte adrette Soldaten der Sowjetarmee an der Ehrentribüne und an den zwei frisch gemalten Wandbildern vorbei. Das ist heute aber nur noch eine blasse Erinnerung an vergangene Zeiten. So blass wie die Farbe der zwei sowjetischen Stelen: Die eine zeigt einen Rotarmisten, die zweite Lenin. Obwohl der sowjetische Revolutionsführer schon fast 30 Jahre lang der Verwahrlosung preisgegeben wurde, ist er noch mit seinem steinernen Blick und der siegessicheren Ausstrahlung am ehemaligen Paradeweg erhalten. Weiterlesen

Großvater Lenin

Der sitzende Lenin aus Bischofswerda wirkt großväterlich. Mit entspannter Körperhaltung und einem besonnenen Lächeln guckt er nachdenklich zur Seite. In seiner linken Hand hält er ein Buch und markiert mit seinem Zeigefinger die Seite, als würde er nach einer kurzen Denkpause gleich weiterlesen wollen. Im Gegensatz zu vielen heroischen Darstellungen Lenins schuf Manfred Wagner 1970 eine gelassene, reflexive Figur. Dem Schmöllner Steinbildhauermeister ging es darum, den Menschen hinter dem Helden zu präsentieren. Weiterlesen

Vogelsanger Lenin vor dem Abriss gerettet

Nachdem die Rote Armee ihren Stützpunkt im brandenburgischen Vogelsang verlassen hatte, entwickelte sich die verwahrloste Kaserne zu einem beliebten Ziel für abenteuerlustige Fotografen und Neugierige. Die bekannteste Sehenswürdigkeit war das große Wandbild mit einem überlebensgroßen Leninrelief zwischen dem alten Café und dem Haus der Offiziere. Doch infolge des Beschlusses das Areal zu renaturieren, begannen vor einigen Jahren die Abrissarbeiten des gesamten Militärkomplexes, die auch das Lenindenkmal gefährdeten. Das Denkmal des kommunistischen Revolutionärs konnte jedoch im Frühling 2017 gerettet werden: Es wurde nach Wünsdorf gebracht und vor dem Museum Roter Stern aufgestellt. Weiterlesen

Damnatio memoriae

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Die verlassene GSSD-Kaserne in Wittstock ist zu einer Geisterstadt geworden. Ganze Wohnblocks, Schulen, Bürogebäuden und Flugzeughallen zerbröckeln vor sich hin. Vor dem ehemaligen Kulturzentrum bietet sich ein kontrastreiches Bild: Lenin steht da in staatsmännischer Pose, aber von Flechten bedeckt und mit zertrümmertem Haupt. Der genaue Hintergrund dieser Beschädigung ist unbekannt, aber das Ansehen des kopflosen Lenins ist auf jeden Fall eine musterhafte Verkörperung der Verwahrlosung der ostdeutschen Denkmallandschaft. Weiterlesen

Lenin in Forst Zinna

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Zwischen Luckenwalde und Jüterbog liegt das Naturschutzgebiet Forst Zinna-Jüterbog-Kellberg, in dem eine der dunkelsten Seiten der Geschichte der Gruppe der Sowjetischen Streitkräfte in Deutschland geschrieben wurde. Im Herzen dieser Waldung hatte die deutsche Armee im 19. Jahrhundert ein Militärübungsgelände errichtet, das in den 1930er Jahren von der Wehrmacht erweitert und nach dem II. Weltkrieg von den Rotarmisten übernommen wurde. Unter anderem diente die Anlage als Fahrschule für Kettenfahrzeuge. Weiterlesen

Vor dem Würstchen-Imbiss

Red Lenin

Obwohl der Stil des sowjetischen Realismus, der die öffentlichen Denkmäler mit politischer Relevanz im gesamten Ostblock prägte, nicht gerade für seine Mannigfaltigkeit bekannt war, so ist es doch erstaunlich, in wie vielen verschiedenen Formen man Lenin hat darstellen können. Bei der über 3 Meter hohen Eberswalder Leninstatue aus rotem Granit wird die sonst im Vordergrund stehende Rolle des starken Staatsmanns nicht besonders pathetisch hervorgehoben, sondern man sieht einen etwas träumerischen Denker: Mit einer Hand in der Rocktasche und der anderen am Revers verliert sich Lenins Blick in der Ferne. Er trägt die für ihn charakteristische schwedische Fischersmütze, die er 1917 während seines kurzen Aufenthalts in Stockholm kaufte, als er nach dem langen Exil nach Russland zurückkehrte, und sieht ein bisschen dicker aus, als man es von anderen Darstellungen gewöhnt ist. Von den unverkennbaren Gesichtszügen abgesehen, könnte es genauso gut die Figur eines skandinavischen Fischers sein, der auf das weite Meer hinausschaut… Weiterlesen