A heroic rescue

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ENGLISH

Zwischen BögenIn October of 1943 a train coming from the Russian city of Pushko arrived at the train-station of Eisleben. The wagons were filled with scrap metal bulky metallic objects, spoils of war from the German invasion of the Soviet Union. The whole shipment was meant to be taken to the Krughütte, a production plant nearby, in order to be melt down. The soviet forced laborers, which were unloading the wagons, didn’t believe their eyes, as they suddenly found in middle of bells, artillery shells and pieces of boats a three meter high statue of Lenin, made of bronze. Their national hero had come to support them in these hard times – it was a miracle! They decided to hide the statue under a mountain of scrap and saved it from destruction.

The 2nd of July of 1945, only a few weeks after the unconditional surrender of the Wehrmacht, the soviet occupying forces were expected to take control over the city of Eisleben. In order to welcome the Red Army, the inhabitants decided to put the statue of Lenin on an improvised pedestal. When the soviet soldiers arrived, they were received by their own revolutionary icon. There was a triumphal march of the liberation army, which was acclaimed by the exultant population. The residents hugged the soviet soldiers and presented them with flowers.

SmileThis is the legend, which was spread during the times of the GDR. Contemporary historians doubt many aspects of the propaganda version and actually it is known, that already in the 60s an internal investigation discovered several contradictions, which were concealed. There are documents, that show that the only reason for the salvation of the statue of Lenin was it’s size, which was too big for the melting oven. The monument was just left in the courtyard of the production plant, but nobody cared about it. The only evidence of the heroic rescue action is the report of a few witnesses, but actually there are also other witnesses, who categorically deny this possibility. Even the date of the placement of the statue is unclear: Some historians claim that the statue was only placed on the pedestal a few years after the arrival of the soviet occupying force. And the heroic march of the Red Army through the streets of Eisleben is also seriously questioned: many former residents say, that the soviet soldiers, which arrived on the 2nd of July were completely tattered and exhausted, didn’t care about the statue of Lenin (if it was already standing…) and were only interested in getting a slice of bread to eat. In this variation of the legend the population received the liberators with indifference and, of course, without flowers.

How we can appreciate on the basis of this polemic, the figure of Lenin is a big source of inspiration for rumors and legends. The episode of the statue of Eisleben mixes historical facts, political propaganda and contrapropaganda and since even the witnesses give contradictory versions, we will never know exactly where reality ends and fiction begins. Nowadays it is still the case that there are a opposing variations of stories about Lenin monuments circulating, which causes the myth around Lenin to continue to grow.

The statue of Eisleben, made in 1925 by the soviet sculptor Matwej Maniser, is standing now in the Deutsches Historisches Museum in Berlin. It was the first statue of the communist hero standing on German soil.

DEUTSCH

Die heldenhafte Rettung

Im Oktober 1943 traf am Bahnhof Eisleben ein Zug aus der sowjetischen Stadt Puschko ein. Die Waggons waren mit Schrott und sperrigen Metallobjekten vollgeladen, Kriegsbeute der deutschen Wehrmacht in ihrem Siegeszug Richtung Osten. Die komplette Lieferung sollte in der Krughütte, eine Produktionsstätte in der Nähe von der Lutherstadt Eisleben, eingeschmolzen werden. Die sowjetischen Zwangsarbeiter, die den Waggon abluden, wollten ihren Augen nicht trauen, als sie plötzlich zwischen Glocken, Granathülsen und Schiffsresten eine drei Meter hohe Leninstatue aus Bronze entdeckten. Ihr nationaler Held war aus der Ferne herbeigereist, um sie in diesen harten Zeiten zu unterstützen – ein Wunder! Sie versteckten das Denkmal unter einem Schrottberg und retteten es dadurch vor der Zerstörung.

Am 2. Juli 1945, nur wenige Wochen nach der bedingungslosen Kapitulation der deutschen Wehrmacht, sollten dann die sowjetischen Besatzungstruppen die Kontrolle über die Kleinstadt übernehmen. Um die Rote Armee zu empfangen, stellten die Bewohner die gerettete Statue auf einen improvisierten Sockel. Als die sowjetischen Streitkräfte einmarschierten, wurden sie in Eisleben von ihrer eigenen Revolutionärsikone empfangen. Es gab einen festlichen Triumphmarsch der sowjetischen Soldaten, die von der jubelnden Bevölkerung begrüßt wurden. Man umarmte die Befreier und beschenkte sie mit Blumen.

Vor GitternSoweit die Legende, die zu DDR-Zeiten verbreitet wurde. Zeitgenössische Historiker stellen viele Aspekte dieser propagandistischen Fassung infrage und inzwischen weiß man auch, dass eine Ermittlung in den 60er Jahren schon wesentliche Widersprüche aufdeckte, die damals jedoch verschwiegen wurden. Es gibt Dokumente, die darauf hinweisen, dass die Lenin-Statue einfach zu groß für den Schmelzofen war und nur deswegen nicht eingeschmolzen wurde. Das Denkmal soll fast zwei Jahre auf dem Gelände der Krughütte gestanden haben, ohne dass sich jemand darum gekümmert hätte. Für die Rettungsaktion der Zwangsarbeiter ist der einzige Beleg der Bericht einiger Augenzeugen, aber es gibt andere Zeugen, die diese heroische Tat entschieden abstreiten. Auch das Datum der Aufstellung der Statue ist unklar: Manche Historiker behaupten, dass sie erst einige Jahre nach dem Einmarsch der Besatzungstruppen auf den Sockel kam. Und die Erzählung des heldenhaften Siegeszugs der Roten Armee wird ebenfalls ernsthaft hinterfragt: Laut zahlreicher Augenzeugen sollen nämlich die Soldaten, die in Eisleben einzogen, völlig zerlumpt und erschöpft gewesen sein, nicht das geringste Interesse für das Lenin-Denkmal gezeigt haben (wenn es überhaupt schon aufgestellt war) und einfach so schnell wie möglich ein Stück Brot ergattern wollen. Von der Bevölkerung sollen sie mit Gleichgültigkeit (und natürlich ohne Blumen) empfangen worden sein.

Wie man anhand dieser Polemik sehen kann, ist die Figur Lenins eine große Inspirationsquelle für Gerüchte und Legenden. In der Episode von Eisleben mischen sich historische Fakten mit politischer Propaganda, bzw. Kontrapropaganda, und da selbst Augenzeugen ganz unterschiedliche Darstellungen bieten, wird man nie genau wissen, wo das Wahre aufhört und die Fiktion beginnt. Selbst heutzutage kommt es immer wieder vor, dass entgegengesetzte Versionen von Geschichten bezüglich Denkmale von Lenin kursieren, was am Ende definitiv dazu beiträgt, dass, gehasst oder geliebt, der Mythos Lenin immer weiter wächst.

Die Statue von Eisleben, die 1925 vom sowjetischen Bildhauer Matwej Maniser gestaltet wurde, steht heute im Deutschen Historischen Museum in Berlin. Es war die erste Statue des kommunistischen Helden, die auf deutschem Boden aufgestellt wurde.

Arc de triomphe

Lenin im DHM

DHM

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