Im Herzen des Kapitalismus

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So überraschend es auch klingen mag, gibt es in Frankfurt a.M. ein Lenindenkmal. Vor dem privaten Museum Explora steht eine von einem Schrottplatz gerettete Leninbüste, die dann vom Künstler M. Charlamov mit einer 3D-Brille versehen, Anaglyphowitsch getauft wurde und nun vor dem Museumseingang wacht. Weiterlesen

Lenin in der Schweiz

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Während der letzten Exil-Monate vor seiner Rückkehr nach Russland, wo Lenin die Oktoberrevolution anführte, wohnte er in Zürich. Hier verbrachte er die meiste Zeit in den Bibliotheken und versammelte sich regelmäßig mit anderen im Exil lebenden Russen. Am Wochenende soll er gerne mit seiner Frau, Nadeschda Krupskaja, Ausflüge zum Zürichberg unternommen haben. In dieser Zeit verfasste er das Werk „Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus“, eine von seinen wichtigsten Schriften. Weiterlesen

Lenin in Forst Zinna

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Zwischen Luckenwalde und Jüterbog liegt das Naturschutzgebiet Forst Zinna-Jüterbog-Kellberg, in dem eine der dunkelsten Seiten der Geschichte der Gruppe der Sowjetischen Streitkräfte in Deutschland geschrieben wurde. Im Herzen dieser Waldung hatte die deutsche Armee im 19. Jahrhundert ein Militärübungsgelände errichtet, das in den 1930er Jahren von der Wehrmacht erweitert und nach dem II. Weltkrieg von den Rotarmisten übernommen wurde. Unter anderem diente die Anlage als Fahrschule für Kettenfahrzeuge. Weiterlesen

Lenins Kopf

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Die abgeschlagenen Köpfe/ der Statuen beweisen nicht das Vergessen. Gelöschte Inschriften/ sind unbesieglich. Diese Verse des Dichters Günter Kunert wurden am Tag der Eröffnung der Ausstellung „Enthüllt – Berlin und seine Denkmäler” in der Zitadelle Spandau vom Historiker Andreas Nachama rezitiert und passen sehr gut zur Geschichte des Hauptexponats: der 2 Meter hohe und 3,5 Tonnen schwere Leninkopf. Aus der Berliner Stadtmitte verbannt und im Wald begraben, erlebte der sowjetische Revolutionär anlässlich dieser Ausstellung ein spektakuläres Comeback, bei dem er in den Medien wie ein Popstar gefeiert wurde. Weiterlesen

Am verlassenen Lazarett

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Am verlassenen Lazarett

Versteckt hinter einem grünen Vorhang aus Bäumen und wild wuchernden Stäuchern ist in Jüterbog noch das ehemalige Militärkrankenhaus vorzufinden. Als es die Sowjetischen Streitkräfte 1993 verließen, nachdem sie es von der Wehrmacht unbeschädigt übernommen und 48 Jahre lang benutzt hatten, wurde die Anlage leergeräumt und der Verwahrlosung preisgegeben. Vor allem das Hauptgebäude ähnelt jetzt der Kulisse eines Horrorfilms: Lange Gänge mit abblätternder Farbe, eingestürzte Decken, eingeschlagene Fenster und am Ende des langen Flurs im Erdgeschoss ein Operationsstuhl und ein Bett in den modernden OP-Räumen. Weiterlesen

Zu Besuch bei Karl Marx

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Im Juni 1990 wurde die zu DDR-Zeiten erfolgte Umbenennung von Chemnitz in Karl-Marx-Stadt rückgängig gemacht. Trotzdem ist Karl Marx auch heute noch eine prägende Figur des Stadtbilds, vor allem in Form einer 7,10 Meter hohen und 40 Tonnen schweren Büste. Sie steht vor einer Wandtafel mit mehrsprachiger Übersetzung des bekannten Ausspruches des Kommunistischen Manifests: „Proletarier aller Länder vereinigt Euch“ und ist nach dem Lenin-Kopf im russischen Ulan-Ude die zweitgrößte Porträtbüste der Welt. Außer dem Nischel, wie die Plastik in Anlehnung an das sächsische Wort für „Kopf“ im Volksmund genannt wird, sind in Chemnitz noch weitere sozialistische Denkmäler zu sehen. Beim Flanieren durch die Stadt kann man auf Engels, Thälmann, antifaschistische Spanienkämpfer oder auch auf Lenin stoßen. Weiterlesen

Lenin und die zwölf Jünger der Oktoberrevolution

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Auf einer kleinen Grünfläche in Strausberg steht noch eine Steinplatte mit einem Reliefbild, das der kommunistischen Revolution 1917 gedenkt. Sie wurde am 22. April 1970 im Rahmen der Feierlichkeiten anlässlich Lenins 100. Geburtstag enthüllt. Um die zentrale Figur Lenins herum sieht man eine Gruppe von aufmerksamen Zuhörern, unter denen einige Soldaten und Matrosen zu erkennen sind. Lenin wird von zwölf Personen umgeben, was als Anspielung auf die Apostel Jesu gedeutet werden könnte, zumal die weltweite Ehrung des sowjetischen Helden häufig parallele Züge zur Würdigung Heiliger und konkret zur Darstellung Christi aufweist. In Wirklichkeit zeigt das Werk aber die historische Versammlung des 23. Oktobers 1917 (nach gregorianischem Kalender), die zur Vorbereitung der Revolution diente. Von den staatlichen Sicherheitskräften verfolgt, kehrte Lenin heimlich nach Petrograd zurück und traf sich mit 12 Mitgliedern des Zentralkomitees der bolschewistischen Partei, um die Machtübernahme zu planen. Weiterlesen

Vor dem Würstchen-Imbiss

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Obwohl der Stil des sowjetischen Realismus, der die öffentlichen Denkmäler mit politischer Relevanz im gesamten Ostblock prägte, nicht gerade für seine Mannigfaltigkeit bekannt war, so ist es doch erstaunlich, in wie vielen verschiedenen Formen man Lenin hat darstellen können. Bei der über 3 Meter hohen Eberswalder Leninstatue aus rotem Granit wird die sonst im Vordergrund stehende Rolle des starken Staatsmanns nicht besonders pathetisch hervorgehoben, sondern man sieht einen etwas träumerischen Denker: Mit einer Hand in der Rocktasche und der anderen am Revers verliert sich Lenins Blick in der Ferne. Er trägt die für ihn charakteristische schwedische Fischersmütze, die er 1917 während seines kurzen Aufenthalts in Stockholm kaufte, als er nach dem langen Exil nach Russland zurückkehrte, und sieht ein bisschen dicker aus, als man es von anderen Darstellungen gewöhnt ist. Von den unverkennbaren Gesichtszügen abgesehen, könnte es genauso gut die Figur eines skandinavischen Fischers sein, der auf das weite Meer hinausschaut… Weiterlesen

Das große Glasmalerei-Fenster

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DEUTSCH

3HUIn seiner Jugend hat Lenin für seine Forschungen  zum größten Teil ungewöhnlichere Orte besuchen müssen als eine Universitäts-Bibliothek. Er saß von Dezember 1895 bis Februar 1897 wegen Anklage der Agitation in Untersuchungshaft und sah sich gezwungen, seine Recherchen im Gefängnis voranzutreiben. Dort soll er manche von seinen ersten politischen Schriften mit unsichtbarer Tinte verfasst haben. Im Februar 1897 wurde er dann für drei Jahre in das Dorf Schuschenskoje in Ostsibirien verbannt (etwa 600 km vom nächstliegenden Bahnhof entfernt), wo er in einem kleinen Haus und unter Polizeiaufsicht sein eigenes Studierzimmer einrichtete, um sich weiterzubilden und die Niederschrift seiner politischen Ansichten fortzusetzen. Erst als er im Juli 1900 Russland verließ und sein Exilleben antrat, durfte Lenin wieder regelmäßig Bibliotheken frequentieren, um dort in Ruhe zu arbeiten. Weiterlesen