The freshly renewed memorial stone

The train, which left Zurich the 9th of April 1917, returning a group of Russian socialists, which were living in exile, back to their home country is one of the most important happenings in the 20th century history: This was the train, which took Lenin to Russia, where he would use the politic instability in order to put into practice his revolutionary plans, prepared for years in the libraries and political circles of Zurich. This train crossed Germany from the Swiss border to Sassnitz, where the passengers had to get on a ferry boat to Sweden, from where they would finally head towards Petrograd (today St. Petersburg).

In order to preserve the memory of this trip, a memorial stone was erected in 1962 in front of the former fisher´s house “John Scher” (today: Kurhotel Sassnitz) and in 1977 a small museum was inaugurated. While the museum was immediately closed after the German reunification, the memorial stone was only relocated from its central location to a discreet corner apart from the pedestrian zone on the top of the hill just in front of the harbour. It is still preserved today.

After so many years, time, wind and humidity had turned the engraved text into an indecipherable scribble, making it impossible to be read. But before the centenary of the Russian Revolution a stonemason offered himself to renovate the memorial, so that the message is visible again: „Wlamidir Ilyich Lenin returned in 1917 from his emigration via Sassnitz, in order to lead the big socialist October Revolution in Russia.” There was also installed an information panel with the exact route of Lenin’s trip.

PS: During the GDR there were two more representations of Lenin in Sassnitz. A bust, which had been erected in 1970, and is stored in a municipal depot since the early 90s, and a relief, which is part of the still preserved Monument to the Victims of Fascism.

DEUTSCH

Der frisch sanierte Gedenkstein

Der Zug, der am 9. April 1917 Zürich verließ, um eine Gruppe im Exil lebender russischer Sozialdemokraten in ihre Heimat zu bringen, ist ein wichtiger Bestandteil der Geschichte des XX. Jahrhunderts: Mit diesem Zug fuhr nämlich Lenin zurück nach Russland, wo er die politische Instabilität nutzte, um an die Macht zu kommen und seine in den Zürcher Bibliotheken und Gesprächskreisen lang geschmiedeten Revolutionspläne zu verwirklichen. Der Zug überquerte ganz Deutschland von der Schweizer Grenze bis Sassnitz, wo die Reisenden auf eine Fähre umstiegen und nach Schweden fuhren, um schließlich nach Petrograd (heute Sankt Petersburg) zu gelangen.

Stefan Zweig widmet diesem historischen Ereignis eine Erzählung in seinem Werk “Sternstunden der Menschheit”, in der zu lesen ist: „Millionen vernichtender Geschosse sind in dem Weltkrieg abgefeuert worden, die wuchtigsten, die gewaltigsten, die weithintragendsten Projektile von den Ingenieuren ersonnen worden. Aber kein Geschoß war weittragender und schicksalsentscheidender in der neueren Geschichte als dieser Zug, der, geladen mit den gefährlichsten, entschlossensten Revolutionären des Jahrhunderts, in dieser Stunde von der Schweizer Grenze über ganz Deutschland saust, um in Petersburg zu landen und dort die Ordnung der Zeit zu zersprengen.”

Um an Lenins Durchfahrt im Rahmen dieser historischen Reise zu erinnern, wurde in Sassnitz 1962 ein Gedenkstein aus rotem Granit eingeweiht und 1977 ein kleines Museum eröffnet. Während das Museum nach der Wende schließen musste und das Hauptexponat – der Waggon, in dem Lenin angeblich die Zugreise gemacht hatte – aus Sassnitz verschwand, wurde der rote Granitblock nur umgesiedelt und ist bis heute noch erhalten. Aus der zentralen Lage vor dem ehemaligen Seemannsheim „John Scher“ (heute: Kurhotel Sassnitz) wich er auf den kleinen Hügel direkt am Hafen, unweit des Rügen-Hotels samt Wellnesscenter. Hier genießt Lenin einen wunderbaren Blick aufs Meer.

Der Gedenkstein liegt ein bisschen abseits der Fußgängerzone und war viele Jahre lang kaum als Geschichtszeugnis warzunehmen, denn die Zeit, der Wind und die Luftfeuchtigkeit hatten aus dem eingravierten Text und dem Kopf Lenins ein fast unentzifferbares Gekritzel gemacht. Doch anlässlich des hundertjährigen Jubiläums der Oktoberrevolution wurde der Stein auf Initiative eines örtlichen Steinmetzen saniert, sodass der Text wieder lesbar geworden ist: „Wlamidir Iljitsch Lenin kehrte 1917 aus der Emigration über Sassnitz zur Leitung der großen sozialistischen Oktoberrevolution nach Russland zurück.” Außerdem wurde auch eine kleine Infotafel angebracht, auf der man die Route von Lenins Reise 1917 sehen kann.

PS: Zu DDR-Zeiten entstanden zwei weitere Leninfiguren in Sassnitz: Eine 1970 eingeweihte Büste, die seit der Wende von einer Plane bedeckt im Stadtdepot steht, sowie ein Relief Lenins als Bestandteil des 1973 aufgestellten Denkmals für die Opfer des Faschismus.

Photo before the renovation of the memorial (April 2015):

Archive Photos from the Stadtarchiv Sassnitz

Former location of the memorial:

Special Thanks to: Dieter Holtz and Stadtarchiv Sassnitz

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