Schiller vs. Lenin (ENG)

Lernen

To imagine Lenin participating in some kind of competition or duel against Schiller sounds like one of the weird ideas of the British comedy group Monty Python, which are known for their absurd sketches, such as the one showing a football match between German and Greek philosophers. But as implausible as it may shine: In a small town in Thüringen Schiller and Lenin actually had to compete for a place on a little square.

Hellingen is the last town of Thüringen before reaching the border to Bayern. In 1970, on the occasion of the 100th anniversary of Lenin a memorial stone with a relief of the head of the Communist hero and his quote “learn, learn and learn again” was erected in the Schiller Square. For many decades the coexistence of these two prominent figures seemed to be harmonious, however in 2015 the newly elected major Christopher Other presented a plan in order to substitute the monument to Lenin with a new one dedicated to the German writer and philosopher Friedrich Schiller. The main argument seemed to be, that the new monument would better suit the name of the Square.

Before the proposal was discussed in the town council, a citizens’ initiative handed in the result of a collection of signatures against the removal of the commemorative stone. 265 people had signed the petition, which is over a quarter of the population of Hellingen. As a consequence of the pressure of this movement, the majority of the delegates ended up voting against the plan of their major, so that Lenin ended up as the winner in this surreal battle against one of the most famous German writers of all times. Even playing away.

Special thanks to C. Glienke for the photos of Hellingen.

 

DEUTSCH

Schiller vs. Lenin

CloseDass Lenin auf irgendeine Weise in einem Wettbewerb oder Duell gegen Schiller antreten könnte, klingt nach einer Idee, auf die nur die britische Komikergruppe Monty Python kommen könnte, die in ihren humoristischen Sketchs gerne absurde Situationen wie etwa ein Fußballspiel zwischen deutschen und griechischen Philosophen darstellt. Aber so unglaubwürdig es auch erscheinen mag: In einer thüringischen Gemeinde kam es tatsächlich dazu, dass Schiller und Lenin um einen Platz auf einer örtlichen Wiese kämpfen mussten.

Hellingen ist die südlichste Gemeinde Thüringens, direkt an der Grenze zu Bayern. Hier steht auf dem Schillerplatz ein 1970 anlässlich des 100. Geburtstags von Lenin aufgestellter Gedenkstein, der den Kopf des kommunistischen Helden und sein Zitat „Lernen, lernen, nochmals lernen“ als Relief darstellt. Jahrzehntelang war die Koexistenz der beiden Prominenzen harmonisch. Aber 2015 stellte der neu gewählte Bürgermeister Christopher Other einen Plan für die Ersetzung des Lenindenkmals durch ein anderes, das zu Ehren Friedrich Schillers aufgestellt werden sollte. Dieses würde besser zum Namen des Platzes passen, so das Hauptargument.

Bevor der Plan im Gemeinderat diskutiert wurde, reichte jedoch eine Bürgerinitiative für den Erhalt des Leningedenksteins das Ergebnis einer Unterschriftenaktion ein. 265 Einwohner hatten daran teilgenommen, was über ein Viertel der Gesamtbevölkerung der kleinen Ortschaft ausmacht. Der Druck der Bürgerinitiative führte dazu, dass am Ende die Mehrheit der Volksvertreter gegen den Vorschlag des Bürgermeisters stimmte und Lenin als Sieger dieses surrealistischen Kampfes gegen einen der größten deutschen Dichter aller Zeiten krönte.

Besten Dank an C. Glienke für die Fotos von Hellingen.

 

Schillerplatz

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s