What is to be done?

1-Silhouette

ENGLISH

The view over the impressive statue of Lenin in the district of Großer Dreesch in the city of Schwerin looks like a postcard from the past. With his hands in the pockets and his venturous look, the communist idol stands in the middle of an unvaried landscape of Soviet architecture and long parallel avenues.

5-FernsehturmBut not everyone feels comfortable about this glance of “Ostalgia” (a term created to define the East-German nostalgia): This figure of Lenin, made by the Estonian sculptor Jaak Soans and inaugurated on 22nd June 1985, is causing heated debates among politicians, citizen and historians, who, divided in supporters and detractors, are continuously arguing about its future. There is a wide variety of proposals, from the immediate destruction to the restoration.

After the reunification several action groups have tried to force the removal of the statue. On 17th June 2014 there was a demonstration in front of the figure of Lenin and his head was covered as a sign of protest. Politicians of different parties supported the initiative and remarked the importance of erasing symbols of injustice in our society. Georg Kleinfeld, leader of the Junge Union (JU), said categorically: “No one wants to have a serial killer in his neighbourhood. Neither a statue of him.”

Despite the striking argumentation, it has never been effective enough to convince the city council to remove the sculpture. At least a few years ago a critical information panel about Lenin was set in front of it.

6-PlattenbauOn the opposite side there is a strong movement, which fights actively for the maintenance of the monument. The German Communist Party and the German Socialist Labor Youth consider Lenin as the mentor of modern socialism and demand the preservation of the figure. The day of the protest requesting its demolition, they organized a counter-demonstration under the slogan: “Love, laugh and read Lenin!” On the floor, in front of the statue they tagged with bright letters: “Lenin stays!”

Other groups are less enthusiastic when it comes to honour the founder of the Soviet Union, but criticize the destruction of monuments as form of handling with the historic responsibility. Sources close to the city council explain that the statue of Lenin should be respected and preserved as a memorial and a piece of art. The mayor Angelika Gramkow is tired of the eternal debate about Lenin: “This discussion is being held repeatedly since the 90s. I will not take part of it anymore.” Her personal position is clear: “Lenin is tolerable.”

Parallel to this political debate, there are other proposals for solving the issue, some of them quite eccentric. A family from the city of Teterow wants to buy the statue, in order to melt it down and make church bells out of it. The owner of the disco Kremlin in Schwerin wants to acquire it for decorating his dance hall.
But not everyone is just merely arguing and discussing. From both sides there have been repeated acts of vandalism: The opponents of Lenin smudge the statue, while his supporters attack the information panel, which is rather unflattering regarding the Soviet revolutionary, making it illegible.

7 IDOLWhile there is no solution and the debate holds on, the over 3 meters high Lenin will keep on standing at the Hamburger Allee and in the sunny afternoons his imposing shadow will invade the streets of Little Moskow (which is not called like this dew to the monument, but because of the high number of Russian emigrants).

DEUTSCH

Was tun?

Die Ansicht der imposanten Leninstatue im Schweriner Stadtteil Großer Dreesch wirkt wie eine Postkarte aus vergangenen Zeiten. Mit den Händen in den Manteltaschen und seinem kühnen Blick steht das kommunistische Idol inmitten einer eintönigen Landschaft von Plattenbauten und langen parallelen Straßen.

2- ZentralAber nicht alle können sich mit diesem Bild (n)ostalgischer Harmonie anfreunden: Diese Leninfigur ist der Grund für heftige Auseinandersetzungen zwischen Politikern, Bürgern und Historikern, die in Befürworter und Gegner des Standbilds geteilt immer wieder über dessen Zukunft streiten. Die Palette an Vorschlägen bezüglich des Umgangs mit der am 22. Juni 1985 eingeweihten Plastik des estnischen Bildhauers Jaak Soans ist vielfältig und reicht von der unverzüglichen Schleifung bis zur Sanierung.

Für den Abriss der Statue haben sich seit der Wiedervereinigung immer wieder verschiedene Bürgerinitiativen eingesetzt. Noch am 17. Juni 2014 organisierte man eine Kundgebung vor der Leninfigur, der zu diesem Anlass der Kopf verhüllt wurde. Politiker unterschiedlicher Parteien unterstützten die Aktion und sprachen sich für die Entfernung des Denkmals aus: Karl Schmude, Kreisvorsitzender der Grünen, warf dem sowjetischen Führer vor, „das Fundament für ein Unrechtssystem” gelegt zu haben, während Georg Kleinfeld, der Vorsitzende der Jungen Union (JU), kategorisch erklärte: „Niemand möchte einen Massenmörder in seiner Nachbarschaft haben. Ebenso wenig eine Statue von ihm.”

Trotz schlagkräftiger Argumentation konnte sich die Beseitigungslobby mit ihrem Vorschlag beim Stadtrat nicht durchsetzen. Immerhin hat sie schon vor einigen Jahren erreicht, dass die Skulptur mit einer kritischen Informationstafel bezüglich Lenin versehen wurde.

3-Eis am StielAuf der entgegengesetzten Seite gibt es eine starke Bewegung, die sich aktiv für den Erhalt der Plastik engagiert. Gruppen wie die Deutsche Kommunistische Partei oder die Sozialistische Deutsche Arbeiterjugend sehen in Lenin den Vordenker des modernen Sozialismus und verlangen, dass das Denkmal bewahrt wird. Am Tag der Verhüllungsaktion organisierten sie eine Gegendemonstration unter dem Motto Lieben, lachen, Lenin lesen!” Vor der Statue sprühten sie mit greller Farbe ihre Forderung auf den Boden: Lenin bleibt!”

Andere Gegner der Abrissinitiative zeigen sich zurückhaltender bei der Ehrung des kommunistischen Führers, kritisieren aber scharf die Schleifung von Denkmälern als Methode des Umgangs mit der historischen Verantwortung. Die Schweriner Stadtvertretung teilte mit, die Leninstatue solle als Mahnmal und als Kunstwerk respektiert werden und erhalten bleiben. Die Oberbürgermeisterin Angelika Gramkow zeigte sich von der ständigen Debatte um Lenin sichtlich genervt, „Die Diskussion wiederholt sich seit den Neunzigern. Da mache ich nicht mit”, und hakte die Sache souverän ab: Lenin ist auszuhalten.”

Immer wieder kommt es auch zu ausgefalleneren Lösungsvorschlägen, wie etwa die Idee einer Familie aus der Stadt Teterow, die Bronzeskulptur zu kaufen und einzuschmelzen, um Kirchenglocken gießen zu lassen. Auch der Betreiber der Schweriner Disco Kreml soll Interesse daran gezeigt haben, die Figur zu erwerben, um sie als Dekorationsgegenstand in seinem Tanzlokal zu benutzen.

4-KreuzungEs wird aber nicht nur vorgeschlagen, diskutiert und gestritten – auf beiden Seiten werden auch ständig wieder Vandalismusaktionen verübt: Einerseits beschmieren Leningegner die Statue, andererseits machen Leninunterstützer die für den sowjetischen Helden nicht unbedingt schmeichelhafte Erklärungstafel unleserlich.

Während der Streit weiter andauert, steht der über 3 Meter hohe Lenin weiterhin an der Hamburger Allee und wirft an den sonnigen Nachmittagen seinen  Schatten auf die Straßen des wegen der hohen Anzahl russischer Einwanderer Kleinmoskau genannten Stadtviertels.

Long Lenin

9-Ampel

10-Plastik

11-Infotafel

Denkblase

14-Schwerin

8 Laden86

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